next up previous
Nächste Seite: Oberfläche Aufwärts: Linux ist anders Vorherige Seite: Programmphilosphie

Dateisysteme und Dateisystemstruktur

Die verschiedenen Datenträger und Partitionen leben bei Un*x in nur einem Namensraum: Es gibt keine Laufwerksbuchstaben. Stattdessen werden die Dateisysteme auf den Datenträgern beim Booten durch den Befehl mount im Dateisystembaum befestigt (gemountet). So bewirkt mount /dev/sr0 /cdrom, daß von nun an alle Dateien im Verzeichnis /cdrom/ und Unterverzeichnissen von dem Gerät /dev/sr06gelesen werden. Ein umount hebt eine solche Zuordnung wieder auf.

Dabei unterstützt Linux ganz verschiedene Dateisysteme aus der DOS und der Un*x-Welt, darunter auch Netzwerkdateisysteme wie NFS, Coda, NcpFS (Novell), SmbFS (Win). Man hat beim Mounten die Möglichkeit, ganze Dateisysteme mit Schreibschutz oder anderen Optionen zu versehen.

Für fest eingebaute Datenträger ist das System des Mountens sehr vorteilhaft. So kann z.B. der Inhalt einer Festplattenpartition auf eine andere verschoben werden. Danach wird die neue Festplattenpartition gemountet und schon ist alles wie vorher, bis auf einen geänderten Eintrag in der Tabelle /etc/fstab.

Für entfernbare Datenträger wie Disketten oder CD-Roms ist das ein wenig unbequem. Anstatt einfach darauf zugreifen zu können, muß man nun jedesmal mounten und vor dem Entfernen wieder umounten. Und der Systemverwalter muß dies dem entsprechenden Benutzer vorher erlaubt haben. Es gibt aber gewisse Tools, die diese Unbequemlichkeit beseitigen:

Im Dateisystem von Un*x werden auch die Zugriffsrechte der Dateien gespeichert. Jede Datei gehört einem Benutzer und einer Gruppe. In einem Bitfeld ist festgelegt, wer alles auf die Datei in welcher Art zugreifen darf. Dabei wird zwischen dem Eigentümer ( u=user), der Gruppe ( g=group) und den anderen ( o=others) unterschieden und zu jeder dieser drei Möglichkeiten gibt es das Leserecht ( r=read), das Schreibrecht ( w=write) und das Ausführungsrecht ( x=execute). Schauen Sie sich mal mit ls -l ein Verzeichnis an!

Die Struktur des Dateisystems sieht bei allen Linux-Installationen ziemlich ähnlich aus. Während z.B. unter /home7alle Benutzerverzeichnisse liegen, stehen unter /etc die Systemeinstellungen, die ausführbaren Programme in /bin, /usr/bin und /usr/X11/bin, Bibliotheken in /lib, /usr/lib und /usr/X11/lib, Statusinformationen unter /var, usw. Dieses Aussehen ist in einem Standard (FHS)8festgelegt.

Übrigens: Verzeichnisse werden unter Un*x mit einem Slash / abgetrennt und nicht mit einem Backslash \. Optionen für Befehle werden dafür nicht mit dem Slash /, sondern einem Bindestrich - abgetrennt. Dateien, die mit einem Punkt . anfangen, werden von ls standardmäßig nicht angezeigt; die Option -a ändert das.


next up previous
Nächste Seite: Oberfläche Aufwärts: Linux ist anders Vorherige Seite: Programmphilosphie
Kurt Garloff
2000-10-25